In einer normalen Demokratie delegiert das Volk die Macht, Geld herzustellen und in Umlauf zu bringen, an die Regierung. Wobei wir uns darüber heutzutage nicht mehr bewusst sind und daher weniger von Delegation als viel mehr von Abtretung dieser Macht gesprochen werden muss.

Die Regierung hat nun also die Macht Geld herzustellen. Diese tritt diese Macht wiederum ab an die Zentralbank. Und dies ohne dafür eine Gebühr zu verlangen. Die Beziehung zwischen Regierung und Zentralbank ist normalerweise so gestaltet, dass die Zentralbank die Ausgabe von Geld je nach Land mehr oder weniger selbstständig betreibt und verwaltet, da es positiv erscheint, die Macht der Geldherstellung von politischen Institutionen des Staates abgekoppelt sein sollte. Die Aufgabe der Zentralbank besteht darin, sich ganz allein auf wirtschaftliche und geldpolitische Faktoren zu konzentrieren. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Gesellschaft über eine ihrer Wirtschaftkraft entsprechende Geldmenge verfügt und für die Wirtschaft günstige Rahmenbedingungen herrschen.

Also was wissen wir bisher? Das Volk tritt die Macht Geld zu schaffen und in Unaluf zu bringen an die Zentralbank ab. Diese lässt Münzen prägen und Banknoten herstellen und setzt sie in Umlauf. Münzen und Banknoten sind jedoch nur ein winziger Teil der gesamten Geldmenge, die sich in Umlauf befinden. Der größte Teil des Geldbestandes (> 90 %) eines Landes sind Bits und Bytes und entsteht durch Kredite von kommerziellen Banken. Diese sind im Gegensatz zur Zentralbank nur begrenzt an volkswirtschaftliche Aufgaben gebunden.

Wie wird Geld nun geschaffen?

  1. Durch Produktion von Münzen und Scheinen zum Erwerb von Gütern und Dienstleistungen durch die Zentralbank.
  2. Durch ein Zahlungs-Versprechen in Form eines Schuldscheins. Bis zu seiner Einlösung kann der Schuldschein von Hand zu Hand weitergegeben werden im Tausch gegen viele Dinge – es handelt sich also auch im Geld in dem Sinne, wie es die meisten Menschen verstehen.
  3. Durch das Verleihen (Kredite). In diesem Fall erlaubt eine Bank dem Kunden, Schulden aufzunehmen. Dieser Kunde gibt das Geld nun aus, normalerweise in Form von Einzahlungen auf Bankkonten. Sobald das Guthaben auf dem Konto des Empfängers erscheint, kann dessen Bank es auch zur Grundlage für ein Darlehen an Dritte machen. Dieses Spiel lässt sich nun immer weiter spielen – einzig begrenzt durch einige Vorschriften. An jedem Punkt einer Kreditvergabe in dieser Art und Weise entsteht Geld praktisch aus dem Nichts in Form einer Schuld des Kunden gegenüber seinem Geldinstitut. Zusätzlich werden Derivate-Instrumente geschaffen, die auf bereits bestehende Schulden basieren und die somit die Geldmenge weiter aufblähen.
  4. Zins auf Geld, das schon als Kredit geschöpft wurden.

Zentralbanken borgen „echtes“ Geld an Geschäftsbanken. Diese vermehren das Geld um ein Vielfaches. Dadurch entstehen Geldströme, die nur schwer zu kontrollieren sind.


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