Diese interessanten Gedichte kann ich für das Zusammensein vor dem Weihnachtsbaum empfehlen:

Weihnachten einst und jetzt
© Margareta Rother

Als ich ein Kind noch gewesen
das ist schon lange her,
da war Weihnachten noch ein Erlebnis,
ein Märchen und noch vieles mehr.

Es gab nur kleine Geschenke,
denn wir waren nicht reich,
doch die bescheidenen Gaben,
kamen dem Paradiese gleich.

Da gab es Äpfel und Nüsse,
mitunter auch ein paar Schuh
und wenn die Kasse es erlaubte
ein kleines Püppchen noch dazu.

Wie war doch das Kinderherz selig
für all diese herrliche Pracht
und es war ein heimliches Raunen
um die Stille heilige Nacht.

Dann wurde ich größer und älter
und wünscht mir das und dies,
ich hörte auf ans Christkind zu glauben
und verlor dabei das Paradies.

Dann kam der Krieg mit all seinen Leiden,
mit Hunger und mit Not,
da wurden wir alle bescheiden
und dankbar für ein Stückchen Brot.

Wir alle wurden da Kleiner
und nur ein Wunsch hatte die Macht
wir wollten vereint sein mit unseren Lieben
in der stillen heiligen Nacht.

Doch der Wunsch erfüllte sich selten,
denn die Väter und Männer und Brüder,
lagen draußen und hielten Wacht
und wir waren einsam und weinten
in der stillen heiligen Nacht.

Als dann der Krieg war zu Ende
wuchs eine neue Jugend heran
und die hatten auch Ihre Wünsche
an den lieben Weihnachtsmann.

Nur waren die nicht klein und bescheiden,
denn der Wohlstand kam ins Land,
die Wünsche wurden größer und größer
und das Schenken nahm überhand.

Nun wird gewünscht und gegeben
und keiner fragt nach dem Wert,
denn vergessen sind Krieg und Armut
und die Stunden am einsamen Herd.

Aus dem schönsten der christlichen Feste
hat der Mensch einen Jahrmarkt gemacht,
er wünscht sich vom Besten das Beste
und vergisst dabei den Sinn der Heiligen Nacht.

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Weihnachtsfrust

© Hartmut Schmidt, Rieseby

Wenn im September in Geschäften
schon Sterne an den Wänden heften
und Nikoläuse steh’n bereit –
„Ist denn schon wieder Weihnachtszeit?“

Erst Wochen später, kurz davor,
auf Weihnachtsmärkten singt der Chor,
die Wunschliste ist längst geschrieben,
auch Nüsse, Mandeln sind gerieben,
der Stollenduft zieht durch das Land
zum Einkauf wird jetzt losgerannt.

Und selbst am Sonntag, kaum zu fassen
will man das „Shoppen“ gar nicht lassen.
„Es gibt so vieles zu bedenken,
man will doch jeden reich beschenken.“
Doch mancher denkt so vor sich hin,
was hat das Treiben für ’nen Sinn
und wünscht sich schon seit vielen Tagen
ein Ende dieser Festtagsplagen.

Nun ist es da, das „stille Fest“,
der Tannenbaum schon Nadeln lässt,
die Festtagsgans im Ofen glänzt,
die Stimmung wird mit Wein ergänzt
und Kinderaugen leuchten hell,
die Weihnachtslieder tönen grell.

… Gestresst vom Trubel dieser Tage
so mancher stellt sich eine Frage:
„War nicht Besinnlichkeit mein Wunsch?“
und nippend an dem nächsten Punsch,
nimmt er sich vor fürs nächste Fest,
dass er sich dann nicht stressen lässt !

Jedoch ist schon in seinem Denken:
„Was soll ich nächstes Jahr nur schenken?“

Auf diesem Wege wünsche ich im Namen des Teams allen Besuchern von lebens-welt.at ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

Kategorien: Allgemein

1 Kommentar

Richard · Dezember 10, 2012 um 3:25 pm

Schöne Gedichte, muss ich zugeben. Vielleicht trage ich eines davon zu Weihnachten vor?

Richard

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