Die staatlich geförderte Pensionsvorsorge wird als Fondsvariante oder als fondsgebundene Versicherung angeboten. Die persönlichen Einzahlungen werden mit einer staatlichen Prämie von 9,5 Prozent (Stand 2009) gefördert, diese ist jedoch variable und kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Kritikpunkte bei den angebotenen Produkten sind angelhafte Infos für die Konsumenten und intransparente Produkte. Bei der Beratung wird zwar die staatliche Prämie stark hervorgestrichen, aber die anfallende Kosten (ca. 10% der eingezahlten Prämien) fallen oft unter den Tisch. Denn auch bei staatlich geförderten Investmentfonds gibt es Ausgabespesen von z.B. 3 Prozent sowie Depotspesen, die laufend verrechnet werden. Dazu will auch der Berate und die Versicherung etwas verdienen und eine Kapitalgarantie gibt es nie umsonst. Die Ende 2003 eingeführte, geförderte Zukunftsvorsorge kam erst im Jahr 2007 erstmals in die Gewinnzone. Schuld daran sind die hohen Abschlusskosten, die bis zu 50 Prozent einer Jahresprämie ausmachen können und von den Anbietern – Versicherungen und Kapitalanlagegesellschaften – oft bereits im ersten
Jahr einbehalten werden, so die Finanzmarktaufsicht.

Die Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass die staatliche Prämie nicht ident mit der Rendite ist. Bei der Rendite nannten die Banken oft Angaben zwischen 3 und 9 Prozent, die in den Offerten im Kleingedruckten als durchwegs unverbindlich angegeben sind. Diese Renditeangaben beziehen sich jedoch auf „Vergangenheitswerte“ oder „vergleichbare Produkte“, die Quellenangabe und die zeitlichen Bezüge fehlen. Damit ist die Behauptung, dass angeblich realistische Rendite-Prognosen auf Vergangenheitsdaten beruhen, nicht nachvollziehbar.

Die staatlich geförderten Fondspolizzen und Investmentfonds mit einem 40% Aktienanteil haben zwar ein „Sicherheitsnetz“ in Form der Kapitalgarantie am Ende der Ansparphase aber die Rendite beträgt bei einer jährlichen Sparleistung von 1.851 Euro (zuzüglich der staatlichen Prämie von 9 %) nach 10 Jahren gerade 1,6 Prozent, wenn die Kapitalgarantie greift und die Vorsorgeprodukte keinen Ertrag abwerfen.

Die AK sieht bei der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge jedenfalls keinen Vorteil gegenüber einer herkömmlich Lebensversicherung. Die Förderung sei „kein Renditetreiber“ und bringe bei einer Laufzeit von zehn Jahren 1,6 Prozent, bei 30 Jahren gerade 0,6 Prozent. Bei einer Lebensversicherung hätte man zudem das Wahlrecht, ob man am
Ende der Laufzeit eine Verrentung haben möchte oder eine Auszahlung bevorzugt. Die Zukunftsvorsorge sei hier unflexibel: Wird keine Rente in Anspruch genommen, hat das zur Folge, dass die Hälfte der Prämie zurückgezahlt und die Erträge mit 25 Prozent nachversteuert werden müssen. Weiters hat die staatliche Prämie nichts mit der Verzinsung zu tun. Bei der „Geförderten“ gibt es keine garantierte Verzinsung, in der LV hingegen einen geringen Garantiezins.

Vier Jahren nach der Einführung zeige sich nun der große Nachteil des Produkts: Es gibt mindestens zehn bei manchen Anbietern sogar 15 Jahre keinen Zugriff auf das angesparte Kapital. In der Praxis zeige sich nun, dass viele, v.a. Junge, sich die Prämie nicht mehr leisten können, mitunter wird die monatliche Prämie sogar mit einer Kontoüberziehung
finanziert, sagte Manfred Neubauer, der Geschäftsführer des Vereins ProKonsument. Die Kunden hätten nur die Möglichkeit einer Prämienfreistellung. Zum Vergleich: Mehr als 50 Prozent der klassischen Lebensversicherungen werden vor dem Ende der Laufzeit mit erheblichem Kapitalverlust zurückgekauft.

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Tipps

  • Klären Sie, um welches Produkt es sich handelt:
    Fondspolizze oder Investmentfonds.
  • Fragen Sie jedenfalls nach den Spesen und Kosten (die fallen immer an!!).
  • Welche Mindest- und Höchstbeträge können pro Monat einbezahlt werden.
  • Gibt es die Kapitalgarantie nur bei widmungsgemäßer Verwendung oder Auszahlung?
  • Erkundigen Sie sich nach den Zusatzleistungen und deren Kosten.
  • Welche Sparbeiträge können Sie sich künftig ohne größere Probleme leisten?

Quelle: AK, der Standard

Kategorien: Allgemein

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