Das Wichtigste: der Lebenslauf

Die meinsten Personaler lesen den Lebenslauf zuerst. Machen Sie sich daher die Mühe den Lebenslauf abzustimmen auf die jeweilige Stelle. Daher jedes mal individuell entscheiden, was Sie detailliert darstellen und was Sie besser zusammenfassen. Die folgenden Kriterien machen für Personaler einen guten Lebenslauf aus:

Übersichtlichkeit und Konsistenz

Die Zentrale Anforderung hierbei ist die Übersichtlichkeit. Was Sie als Arbeitnehmer ausmacht, was Ihre relevanten Erfahrungen sind und wodurch Sie sich für die aktuelle Stelle empfehlen, muss klar und auf anhieb erkennbar sein. Diesem Ziel sollte sich die Darstellung unterordnen.

Lückenlosigkeit

Ein Lebenslauf sollte keine Lücken aufweisen, sondern für jeden Abschnitt zumindest einen Eintrag beinhalten. Die Eintragungsrelevanz ist abhängig von Lebensalter, Berufserfahrung, Dauer der Tätigkeit und Anzahl der Jahre, die seit der Tätigkeit vergangen sind.

Der rote Faden

Jeder Personaler schaut, ob er einen roten Faden in ihren Tätigkeiten erkennt. Etwa ein Ziel oder eine Gemeinsamkeit, die bei allen Einsätzen erkennbar ist.

Formales

Versehen Sie den Lebenslauf auf jeden Fall mit aktuellem Datum am Ende und unterschreiben Sie ihn, sofern Sie ihn in einer Papierversion versenden. Ansonsten ist die Unterschrift entbehrlich. Im Fall einer Papierbewerbung versehen Sie ein Foto auf der Rückseite mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse und setzten Sie es auf Seite 1 des Lebenslaufes. Bei einer Onlinebewerbung kommt ein gutes JPG an die entsprechende Stelle.

Das Anschreiben ist „Verkaufsprospekt in eigener Sache“

Der geübte Leser braucht weniger als eine Minute, um die nächste Zuschrift dem großen Stapel „definitiv ungeeignet“ oder dem viel kleineren „vielleicht interessant“ zuzuordnen. Letztere unterzieht er dann einer Feindurchsicht, erstere werden nicht mehr angefasst. Das aber bedeutet, dass der Leser bei jeder neu in die Hand genommenen
Bewerbung erwartet, auch diese werde vermutlich ungeeignet sein (wie stets neun von zehn). Er sucht nur noch nach dem Argument, das seine Erwartungen bestätigt. Wer so eingestimmt ist, findet nur zu leicht! Aus dieser kritisch-negativen Erwartungshaltung müssen Sie den Leser herausreißen. Dazu müssen Sie eben wissen: Es ist eine große
Sensation, wenn ein Bewerber dem in der Anzeige umrissenen oder dem nach allgemeinen Grundsätzen zu erwartenden Profil entspricht!

Positives Beispiel: Der Bewerber sagt ganz zu Anfang, also direkt nach dem allgemeinen Einführungssatz was er ist und was er kann (stellenbezogen!). Da ist sie, die positive Sensation! Nun liest der Analytiker interessiert auch den Rest, sehr interessiert sogar. Der Bewerber kann dann die wichtigsten Stationen seines Werdegangs umreißen (Details folgen ja im Lebenslauf). Die „hohe Schule“ besteht darin, dass Sie als Bewerber scheinbar einfach die Fakten schildern – und diese „zufällig“ zur Position genau passen.

Der Leser ist weder an Ihrem Eigenlob interessiert, noch an Ihrer Versicherung, er bekäme mit Ihnen eine Mischung zwischen Superfachmann und Genie. Nichts von dem, was Sie außerhalb der Fakten über sich schreiben, interessiert ihn. Außer er kann kritische Schlüsse daraus ziehen.

Wann und wie nachfragen?

Einige Firmen antworten nicht oder brauchen dafür sehr lange. Daher ist es legitim, wenn hier nachgehackt wird. Dazu folgende Faustregeln:

  • Mit einer qualifizierten Reaktion, wie etwa einer Einladung zum Vorstellungsgespräch oder einer Absage, dürfen Sie in einem von wenigen Stunden bis zu wenigen Wochen rechnen.
  • Erfolgte keine Reaktion innerhalb von zwei bis drei Wochen, fragen Sie nach wie der Stand der Dinge ist. Folgt darauf keine Reaktion, ist dieser Job wohl zu vergessen.

Was soll die Bewerbung beinhalten?

Halten Sie sich an folgende Empfehlungen:

  • Mappe: schmiegsamer Plastikordner mit durchsichtigem Deckblatt reicht aus. Zeugnisse werden als unbeglaubigte Fotokopien umgekehrt chronologisch fest dort eingeheftet, der Lebenslauf kommt ganz nach oben.
  • Äußere Form: Alles soll dem Charakter eines seriösen Geschäftsbriefes entsprechen, wie ihn beispielsweise größere Unternehmen routinemäßig verschicken (u. a. bei Absagen); also keine grafischen Spielereien, keine Demonstrationen der Möglichkeiten Ihres Computers, keine farbigen Linien oder Felder, keine grau unterlegten Absätze, kein Fettdruck mitten im Text.
  • Mit Besonderheiten bei Form und Aufbau können Sie keine „Punkte“ gewinnen, nur verlieren. Auch die feinste Mappe hilft nicht gegen ein schlechtes Zeugnis.
  • Die Erfahrung zeigt: Die von der Sache her besten Bewerber hatten niemals Gags nötig, ihre Bewerbung sah völlig „normal“ aus, hatte es aber von den Fakten her in sich!

Aus dem Anzeigetext ist oft der gewünschte Umfang der Bewerbung zu netnehmen. Meist ist es einer der folgenden drei Typen:

  • Kurzbewerbung – Umfasst in der Regel nur das Anschreiben und einen Lebenslauf mit Foto.
  • Aussagekräftige Bewerbung – Neben Anschreiben und Lebenslauf umfasst dieser Typ auch die wichtigsten Zeugnisse.
  • Vollständige Bewerbung – Wenn diese Formulierung gewählt wurde, wird auch üblicherweise mitgeliefert, was exakt an Unterlagen mitgeliefert werden muss. In der Regel gehören dazu Universitätsabschlüsse, Ausbildungszeugnisse, Schulabschlusszeugnisse und wichtige Zertifikate.

Unbedingt durch die entsprechenden Dokumente (Zeugnisse) zu belegen sind:

  • das Studienexamen (mit Noten!)
  • im Gesamtzusammenhang wichtige Besonderheiten aus der Zeit des Studiums (z. B. Auslandssemester, bedeutende Praktika bei namhaften Firmen oder im Ausland)
  • alle inzwischen abgeschlossenen Arbeitsverhältnisse seit Studienende (zwingend!)
  • besonders bedeutende Zusatzausbildungen, -qualifikationen

Gern gesehen, aber zunächst auch entbehrlich sind z. B. folgende Dokumente:

  • Abitur- und Fachhochschulreifezeugnis
  • Zwischenzeugnisse vom heutigen Arbeitgeber

Die Bewerbung ist eine Arbeitsprobe

  • Irgendwelche Fehler (Rechtschreibung, Zeichensetzung, Logik etc.) bedeuten: „So werde ich auch später wichtige Ausarbeitungen abfassen.“
  • Die Missachtung klarer Anforderungen der Anzeige (z. B. Gehaltsangaben) bedeutet: „So werde ich auch später Anweisungen meiner Vorgesetzten missachten.“
  • Die Verbreitung sinnloser Informationen ohne jeglichen Aussagewert (z. B. Angabe der Vor- bzw. Geburtsnamen der Eltern oder der Vornamen der Kinder) bedeutet: „Ich schreibe bei wichtigen Ausarbeitungen stets etwas hin, ohne mir dabei etwas zu denken.“
  • Falsch geschriebene Anschriften oder Namen, fehlende Unterschriften, nicht sorgfältig korrigierte Texte, lose Blätter, Amateurfotos etc. lassen ebenso kritische Deutungen zu.

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